Staffellauf im Wattenmeer

Ragnar Relay mit Reebok

Von Hamburg nach St. Peter Ording. Innerhalb von 2 Tagen – 250km zurücklegen. 10 Läufer aufgeteilt in 2 Autos. Laufen durch die Nacht. Den inneren Kampf mit dem eigenen Schweinehund überwinden. So lauteten die Fakten für den Ragnar Etappenlauf am Wattenmeer Ende August. Die Waden schmerzen, der Körper ist müde aber der Kopf ist voller toller Erinnerungen an diese Veranstaltung. Nun darf sich auch unser Marcus mit zu den Ragnarianern zählen, die sich der Herausforderung gestellt haben.

Aber alles von Anfang an. Freitag früh hieß es um 4.30 Uhr: Sachen packen und ab zum Zug. Am Hamburger Hauptbahnhof angekommen wurden die Teilnehmer herzlich empfangen und zum Hotel eskortiert. Danach wurde die Mannschaft kennengelernt, mit der Marcus die nächsten drei Tage stets unterwegs sein sollte. Neben dem Erfurter wurden aus ganz Europa Laufenthusiasten, Experten aus dem Laufladen des Vertrauens oder so genannte Einflussnehmer aus sozialen Netzwerken von Reebok zu diesem Event eingeladen. Gefeiert werden sollte die Premiere des ersten Ragnar Staffellaufes in Deutschland und dadurch ein wenig mehr publik zu machen. Nach dem ersten Beschnuppern mit der Mannschaft, welche übrigens vollständig aus sehr aufgeschlossenen Laufliebhabern bestand, ging es zur Willkommensveranstaltung. Neben kleinen Leckereien und lockeren Gesprächen gab es auch die Mannschaftsbekleidung und Schuhe, welche die Läufer auf der Reise von Hamburg nach St. Peter Ording testen und beurteilen sollten. Ausgiebige Tests waren vorprogrammiert und zwar bei allen Wetterlagen. Hamburg ist ja nicht unbedingt für Sonnenschein bekannt…

Der eigentliche Höhepunkt war jedoch der anschließende Vortrag vom Erfinder des Ragnar Etappenlaufes höchst persönlich. Er referierte über die Entstehung sowie die Hintergründe des riesigen Etappenlaufes. Bei diesem sollen die drei Bereiche des Sozialen, des Physischen und des Mentalen kombiniert werden. Dabei kommt es nicht darauf an, wer als erstes das Ziel erreicht sondern eher darum, als Mannschaft die Herausforderung gemeinsam zu meistern und sich mit dem eigenen Körper und Geist auseinanderzusetzen. Entstanden ist die Idee in den Vereinigten Staaten und dort weit verbreitet. Traditionell werden die Begleitfahrzeuge am Vorabend bunt geschmückt und mit vielen Farben bemalt. Genau dies war auch die erste Tagesaufgabe und gleichzeitig der Abschluss des Freitags.

Laufen durch die Nacht

Ein umfangreichen Frühstück zur ausreichenden Befüllung der Energiespeicher im Körper war aus Läufersicht unersetzlich. Immerhin betrug die Startzeit 14.00 Uhr, was einen entspannten Vormittag ermöglichte. Beladen der Wechselbeutel und des Autos und los ging es.

Aufgeteilt war die Gesamtstrecke in 30 Etappen, welche zwischen 5 – 16 km lang waren. Jedes Teammitglied durfte drei Etappen laufen. Marcus´ Teilstücke bestanden aus 5km, 8km und 16km. Insgesamt absolvierte er eine Distanz von 29km. Die dritte und letzte seiner Etappen war die längste aller Streckenabschnitte. Das Absolvieren der längsten Etappe wurde mit einer zusätzlichen Medaille belohnt. Die Herausforderung bestand bei diesem Event weniger darin, die Streckenlänge zu absolvieren sondern vielmehr darin, mitten in der Nacht übermüdet einen Lauf zu bewältigen. Der Verzicht auf Schlaf und die eher suboptimale Ernährung hinterließen ihre Spuren. Dennoch ließ der Sonnenaufgang alle Strapazen vergessen. Nach 20 Stunden und 43 Minuten erreichten alle als 12. Team (Gesamtplatzierung) das Ziel in St. Peter Ording. Nach eigener Aussage, kann jedem Laufliebhaber diese Veranstaltung nur empfohlen werden.